Essgewohnheiten in Italien

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Essgewohnheiten in Italien
Essgewohnheiten in Italien

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Traditionelle Essgewohnheiten in Italien

Bei den traditionellen Essgewohnheiten in Italien fällt auf, dass sie schnell und bescheiden frühstücken, sich aber viel Zeit gönnen beim Mittag- und Abendessen. Die Bescheidenheit der Italiener beim Frühstück wird beim Mittag- und Abendessen nicht mehr fortgesetzt, denn diese bestehen aus mehreren üppigen Gängen. Im Gegensatz zu Deutschland, wird in vielen Regionen Italiens das Abendessen sehr viel später gegessen. Die italienische Esskultur ist auf Genuß und Geselligkeit ausgelegt, daher wird gerade das Abendessen sorgfältig geplant und zubereitet.

Inhalt: Traditionelle Essgewohnheiten in Italien

Italienische Küche

Italienische Küche – mediterrane Zutaten

Wie in den meisten südlichen Ländern, ist auch die italienische Küche eine mediterrane Küche. Es werden Nudeln und Reis, verschiedene Gemüsesorten, viele Fischarten sowie Meeresfrüchte verwendet. Dazu kommen noch reichlich Kräuter und Gewürze, Oliven, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und nicht zu vergessen das Olivenöl zum Einsatz.

Es gehört auch zu den traditionellen Essgewohnheiten in Italien das die ganze Familie „La famiglia“ zum essen zusammenkommt.

Frühstück (Colazione)

Cappuccino zum Frühstück (Colazione)

Für die Italiener ist das Frühstück (Colazione) nicht so wichtig, denn sie frühstücken schnell und essen wenig. Eine Tasse Cappuccino oder Kaffee (Caffè) und dazu meistens süßes Gebäck (Biscotti) oder ein Sandwich (Tramezzino). Gefrühstückt wird auch öfters auf dem Weg zur Arbeit in einer Espresso-Bar und das stehend an der Theke. Sobald man sich an einen Tisch setzt, wird eine Servicepauschale berechnet. Da sie spät und ausgiebig Abendessen, haben sie morgens nach dem aufwachen keinen allzu großen Appetit.

Mittagessen (Pranzo)

Zwischen 13.00 und 14.00 Uhr ist Zeit für das Mittagessen (Pranzo) das aus mehreren Gängen besteht. Da die Mittagspause der Italiener länger als in Deutschland ist, können Sie auch ein ausgiebiges Mittagessen (Pranzo) genießen. Das Mittagessen (Pranzo) dauert 1,5 bis 2 Stunden, kein Wunder bei mehreren Gängen. Dazu muss man natürlich erwähnen, dass die die Dauer der Mittagspausen in Großstädten geringer ausfällt und die Italiener deswegen keine Zeit haben für ein opulentes Mittagsmahl. Aber alle die sich die Zeit nehmen können essen ein mehrgängiges Menü, das meistens wie folgt aussieht:

  1. Als erstes wird ein Aperitif (Aperitivo) getrunken um den Appetit anzuregen.Zum Mittagessen (Pranzo) – Antipasti als Vorspeise
  2. Die Vorspeise (Antipasti): Es werden Appetithäppchen gegessen, wie zum Beispiel – kleine Gerichte aus gebratenem oder in Olivenöl eingelegtem Gemüse, frischem Gemüse, Meeresfrüchten oder mariniertem Fisch, Brotscheiben die geröstet und mit verschiedenem belegt sind, luftgetrockneter Schinken und Salami. Es gibt aber noch viel mehr an Leckereien aus der typischen italienischen Küche die aufzählen könnte.
  3. Der erster Gang (Primo piatto): Es gibt entweder eine Suppe (Zuppa), Nudeln (Pasta)– oder Risotto.
  4. Der zweite Gang ist das Hauptgericht (Secondo piatto): Es wird entweder ein Fisch- oder Fleischgericht mit Beilage serviert.
  5. Der Nachtisch (Dolce oder Dessert): Obst (Frutta) gehört auf jeden Fall dazu und zudem eventuell noch Kuchen (Torta), süßes Gebäck (Biscotti) oder Eis (Gelato). Was die Italiener auch gerne als Nachtisch essen ist Käse (Formaggio).
  6. Zum Abschluss noch ein Digestif (Digestivo) und einen Kaffee (Caffè) oder Zum Abschluss noch ein Digestif (Digestivo) und einen Kaffee (Caffè) oder Espresso. Ein Digestif (Digestivo) ist ein Verdauungsschnaps und ist der Gegensatz zum Aperitif (Aperitivo).

Wie man sieht ist es ein opulentes Mittagsmahl das sich die Italiener gönnen, wenn sie genug Zeit in ihrer Mittagspause haben. Zu Mittag lange und viel zu essen entspricht den traditionellen Essgewohnheiten in Italien.

Zwischenmahlzeit (Merenda)

Als Zwischenmahlzeit (Merenda) - kleine Pizza

Gerade in den südlichen Regionen Italiens, wo es zwischen dem Mittag- und Abendessen einen langen Zeitunterschied gibt, wird am Nachmittag eine Zwischenmahlzeit (Merenda) zu sich genommen. Das kann ein Sandwich (Tramezzino), süßes Gebäck (Biscotti) oder eine kleine Pizza sein.

Abendessen (Cena)

Als erstes fällt es auf, dass in Italien die Zeiten beim Abendessen (Cena) nicht einheitlich sind. Zwischen dem Norden und den Süden Italiens gibt es sogar einen Zeitunterschied von bis zu 3,5 Stunden. Die restlichen Regionen Italiens liegen irgendwo dazwischen. Im Norden Italiens wird das Abendessen (Cena) zwischen 19.00 und 19.30 Uhr gegessen. Demgegenüber wird in Sizilien, dem südlichsten Gebiet Italiens, das Abendessen (Cena) erst zwischen 22.00 und 22.30 Uhr gegessen. Das Abendessen (Cena) ist für die Italiener die Hauptmahlzeit bei dem die ganze Familie „La famiglia“ zusammen kommt und bis zum späten Abend beisammen bleibt. Das Abendessen (Cena) wird sehr üppig und sorgfältig für mehrere Gänge vorbereitet. Von der Vorspeise bis zum Nachtisch ist alles dabei. Zum Essen trinken die Italiener am liebsten Wein – natürlich nur italienischen Wein. Der Kaffee (Caffè) oder Espresso darf am Ende nicht fehlen, das gehört nunmal zu den Essgewohnheiten in Italien.

Was die Italiener nicht mögen

  1. In einem Lokal sich an einen Tisch zu setzen weil da noch Plätze frei sind, empfinden die Italiener als unhöflich und ärgern sich darüber – auch, wenn das restliche Lokal bereits voll ist.
  2. Warten Sie in einem italienisches Restaurant an der Tür, bis ein Kellner Ihnen einen Tisch zuweist.
  3. Wenn Sie sich nicht unbeliebt machen möchten verlangen Sie keine getrennten Rechnungen in italienischen Lokalen, das mögen die Kellner gar nicht. Stattdessen sollte einer die Rechnung Bezahlen und danach kann untereinander aufgeteilt werden.
  4. Niemand in Italien sieht es gerne wenn Essen verschwendet wird, nehmen Sie sich lieber kleinere Portionen und holen Sie sich Nachschlag bei Bedarf – das gilt vor allem bei offenen Buffets. In Lokalen sollten Sie ebenfalls nur soviel Bestellen, wie Sie im stande sind zu essen.
  5. Wenn Sie in einem Lokal in Italien am Tresen bestellen und die Rechnung dort begleichen, aber sich danach mit Ihrer Bestellung an einen Tisch setzen, werden Sie schief angeguckt. Wer seine Bestellung am Tisch im sitzen verzehrt muss in Italien mehr bezahlen, da eine Servicepauschale zu entrichten ist.

Benimmregeln in Italien

  • Essen Sie Ihre Spaghetti nicht mit der Zuhilfenahme eines Löffels, das macht man in Italien nicht. Man wickelt die Spaghetti am inneren Tellerrand auf die Gabel. Zudem werden die Spaghetti auch nicht zerkleinert oder abgebissen. Die Spaghetti werden in der länge wie sie sind gegessen.
  • Sie dürfen sich beim Spaghetti essen tief über den Teller beugen und es ist auch kein Problem sich eine Serviette an die Bluse oder den Hemdkragen zu legen um sich gegen die Soßen-Spritzer zu schützen.
  • Nudelgerichte unter Parmesan zu ersticken ist für die Italiener ein Graus, nur sehr wenig Parmesan ist in Ordnung. Aber sobald Meeresfrüchte im Nudelgericht sind, wird gar kein Parmesan genommen, das wäre eine Beleidigung für die Köchin oder den Koch.
  • Nach dem Essen ein Kaffee (Caffè) muss sein. Aber niemals ein Cappuccino, denn dieser wird in Italien nur zum Frühstück getrunken.
  • Obwohl die Italiener auch genug Alkohol trinken, achten sie immer darauf nicht so betrunken zu sein, dass sie anfangen zu lallen oder zu torkeln. In Italien ist Trunkenheit ein „No-Go“ und wird überhaupt nicht gern gesehen. Also seien Sie vorsichtig beim Genuß von Alkohol und trinken Sie nur soviel wie Sie vertragen.
  • Italienischer Rotwein - ChiantiSollten Sie von einem Italiener zu sich nach Hause eingeladen werden, bringen Sie am besten als Gastgeschenk eine Flasche italienischen Wein oder eingepacktes süßes Gebäck wie zum Beispiel Pasticcini – mundgerechte Leckereien in verschiedenen Varianten.
  • Zu einer Einladung zum Essen sollten Sie nicht Pünktlich erscheinen, in Italien erwartet man sogar eine Verspätung der Gäste von ungefähr 20 Minuten.
  • Lobende Worte über das Essen sollten Sie auf jeden Fall äußern, wenn nicht ist es schon eine Art Beleidigung.
  • Achten Sie darauf die Ellbogen nicht auf den Tisch zu legen, nur die Hände bis zu den Handgelenken gehören auf den Tisch.
  • Italiener lieben auch bei Tisch angeregte Gespräche und viel Gelächter, nicht zu sprechen gilt in Italien als desinteressiert und unhöflich.
  • Wenn Sie bei einer Einladung mit dem Essen fertig sind, sollten Sie das Besteck parallel nebeneinander auf den Teller legen.

Bemerkung zu den Benimmregeln und Essgewohnheiten in Italien

Die hier beschriebenen Aussagen über die Benimmregeln und Essgewohnheiten in Italien können in einigen Regionen abweichend sein, doch im Großen und Ganzen trifft dies auf ganz Italien zu.

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